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Saarbrücken, 26.02.2008
Das Erdbeben mit der
Stärke 4,0 auf der Richterskala im Raum Saarwellingen ist der
Gipfel dessen, was die DSK mit ihrem geradezu barbarischen Raubbau an
Natur, sozialem Besitzstand und Lebensqualität den Menschen in der
Primsmulde seit Jahren zumutet.
Trotz schwerwiegender sozialer Auswirkungen und jahrelanger Proteste
hält der Konzern an rücksichtslosen Abbaumethoden fest. Dies
erweist sich nicht nur als verantwortungslos gegenüber den
Bewohnern des Abbaugebietes. Dieses Verhalten ist auch
verantwortungslos gegenüber den Bergarbeitern und ihren Familien,
gegenüber der arbeitenden Bevölkerung des Saarlandes
insgesamt.
Es ist eingetreten, was zu befürchten war: die DSK hat mit ihrer
Politik, das Abbaufeld so kostengünstig wie möglich
abräumen, selbst eine Lage provoziert, die jetzt zur vorzeitigen
Schließung der Grube Ensdorf und damit der Kohleförderung im
Saarland führen kann. Triebkraft ihrer brutalen Abbauplanung und
Abbaupraxis ist letztlich der profitorientierte Wettlauf der
Bergwerksstandorte als Bestandteil ihrer Konzernpolitik.
Die Ruhrkohle (RAG) und
die Deutsche Steinkohle AG tragen die volle Verantwortung für
diese Entwicklung. Konzernen, die sich weltweit als führende
Rohstoff- und Technologiekonzerne aufstellen wollen, sind die
Lebensbedingungen der Menschen egal, weil dies ihrer Profitlogik
entspricht. Hier sollten Bergbaubeschäftigte und Bergbaugegner
ihren gemeinsamen Gegner erkennen.
Aber auch die CDU-Landesregierung muss in ihrer Verantwortung gestellt
werden. Sie steht bekanntlich für das alternativlose Plattmachen
des Bergbaus und steht nun vor einem wirtschafts- und
energiepolitischen Scherbenhaufen. Sie hat es versäumt,
energiepolitische Konzeptionen, die auch die Kohlenutzung einbeziehen
und ausreichend alternative Arbeitsplätze schaffen, zu entwickeln.
Sie heuchelt Verbundenheit mit dem Bergbaubetroffenen und ist
unfähig für eine Wirtschafts- und Industriepolitik im
Interesse der arbeitenden Menschen.
Es ist höchste Zeit, in diesem Land über neue
Eigentumsstrukturen nachzudenken. Nicht nur für die DKP ist die
Vergesellschaftung des Bergbaus und der Energiewirtschaft unter
demokratischer Kontrolle die absolut zeitgemäße,
ökologisch und sozial zukunftsweisende Lösung für
grundlegende gesellschaftliche Probleme. Diese Frage ist eine aktuelle
Herausforderung für die gesamte Linke im Saarland.
Wir fordern erneut:
• Kein Kohleabbau mehr unter bewohntem Gebiet!
• Volle Entschädigung der Bergbaugeschädigten durch die DSK!
• Für einen weiteren Kohleabbau an
alternativen Standorten unter Einsatz sicherer Abbaumethoden und
-techniken!
• Für die Schaffung von
Ersatzarbeitsplätzen insbesondere durch die DSK und einer
Landes-Beschäftigungsgesellschaft unter Mitbestimmung der
Beschäftigten und der Gewerkschaften!
Das Übel an der Wurzel packen, die Macht der Großkonzerne knacken!
Fred Herger
Mitglied
des Bezirkssekretariats der DKP Saarland
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