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Pressemitteilung der DKP Saarbrücken

Privatisierung der Stadtwerke Saarbrücken stoppen und umkehren!

Daseinsfürsorge der Profitmacherei entziehen!
Saarbrücken, 10.04.2008

Vor acht Jahren wurde das Filetstück der damaligen Stadtwerke Saarbrücken, die Energieversorgung, aus dem Unternehmen herausgelöst und zu 51% an Electrabel verscherbelt, nur um kurzfristig Haushaltslöcher zu stopfen.
 

Nachdem die Stadtwerke als Netzbetreiber einige Jahre lang noch einigermaßen Gewinne erwirtschaften konnten, die zur Deckung der planmäßigen Defizite anderer Zweige, wie des Nahverkehrs, dienten, sind sie nach Einführung der Netzregulierung in die Bredouille geraten. Die Gebühren sind behördlicherseits nach oben limitiert, außerdem macht der Mitgesellschafter bei Energie SaarLorLux, Electrabel , Druck, um die Netzdurchleitungsgebühren weiter zu senken. Gleichzeitig verdient sich Electrabel dumm und dusselig an der Energieerzeugung, an der sie 100% besitzt.
Es handelt sich bei Energie SaarLorLux und Electrabel übrigens um die gleichen, die ihre Kunden mit dem gekauften Label Ökostrom hinters Licht führen.









In Freiburg konnte 2006 der Verkauf von städtischen Wohnungen durch ein Bürgerbegehren verhindert werden

Unfähigkeit des Managements, Inkompetenz , Schlafmützigkeit und/ oder Komplizenschaft der Aufsichtsratsmitglieder aus den neoliberalen Stadtratsparteien und fehlende Beteiligung der Öffentlichkeit an den Entscheidungsprozessen führten dann logischer Weise zur finanziellen Schieflage des VVS/SWS-Konzerns. Dem Stadtrat fällt als Rezept wieder nichts anderes ein, als Teile der Stadtwerke zu privatisieren.

Wen interessiert, dass dieses Konzept bereits einmal gescheitert ist; wen interessiert, was auf Bürger/innen und Verbraucher/innen zukommt, sollten die Pläne des Stadtrats realisiert werden.

Weitere Privatisierung bedeutet eine massive Teuerungswelle in allen Geschäftsbereichen der Stadtwerke, Reduzierung von Angeboten, wenn die Rendite nicht ausreicht, Angriffe auf das Lohnniveau und den sozialen Status der Beschäftigten und nicht zuletzt eine weitgehende Aushebelung der Mitspracherechte des Stadtrats.

Die DKP hat sich in all ihren Dokumenten stets gegen Privatisierung ausgesprochen und in der Praxis dagegen angekämpft. Deshalb unterstützt sie auch alles, was dazu beiträgt, den Stadtratsbeschluss vom 12.12.2007 zu kippen. Sie wird sich an der Sammlung von Unterschriften für ein Bürgerbegehren aktiv beteiligen.

Die DKP fordert die Rücknahme aller Privatisierungsbeschlüsse und –vorhaben in der Stadt Saarbrücken. Darüber hinaus sind wir der Meinung, dass der Verkauf der Energiesparte rückabgewickelt werden muss. Eine Entschädigung steht Electrabel dabei nicht zu, da sie durch ihre Gewinne den Bürger/innen und Verbraucher/innen bereits eine horrende Summe vorenthalten hat.

Die Versorgung mit Strom, Gas, Wasser, Wärme und Nahverkehr gehört zur Daseinsfürsorge der Bevölkerung und hat nichts in den Händen von profitorientierten Privatunternehmen verloren. Sie darf aber auch nicht der neoliberalen Allparteienkoalition im Saarbrücker Rathaus überlassen bleiben. Eigentümer der Stadtwerke sind nicht der Rat oder die Verwaltung, sondern die Bürger/innen, Gebührenzahler/innen und die Beschäftigten, die durch ihre Steuern, Zahlungen und Arbeit alle Werte geschaffen haben. Deshalb müssen diese auch über das weitere Schicksal der Stadtwerke Saarbrücken entscheiden.

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