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Pressemitteilung zur versuchten Privatisierung der Völklinger Verkehrsbetriebe (VVB)
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Völklingen, 21.06.2008
Mit der Einführung privatkapitalistischer Managementmethoden und
die Verlagerung betriebswirtschaftlichen Entscheidungen in die Hand
eines Privatunternehmens bereitet die Völklinger Stadtratsmehrheit
unter Führung des OB Lorig (CDU) die endgültige
Privatisierung der Völklinger Verkehrsbetriebe (VVB) vor.
Missachtung gel-tenden Arbeitsrechts und Diffamierung der
Gewerkschaften und Personalvertretungen gehören dabei zum
Re-pertoire des Herrn Lorig, der die Nahverkehrsfrage zur Chefsache
erklärt hat. Bluten sollen die Beschäftigten, insbesondere
die Busfahrer, für eine jahrzehntelange verfehlte
Nahverkehrspolitik im Saarland allgemein und in Völklingen im
Besonderen. Zu den Leidtragenden werden auch diejenigen gehören,
die auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen
sind.
Die DKP
Saarland und ihre Kreisorganisation Völklingen sind solidarisch
mit den Beschäftigten der VVB, ihrer Gewerkschaft ver.di und
allen, die sich für eine Verbesserung der Nahverkehrssituation im
Raum Völklingen einsetzen.
Jedem in diesem Land ist bekannt, was
Privatisierung von Öffentlichen Dienstleistungen bedeutet. Alleine
die Beispiele Bahn, Post und Telekommunikation zeigen, dass
Privatisierung bereits im Anfangsstadium eine Ver-schlechterung der
Versorgung, enorme Preissteigerungen, Verzicht auf
Einflussmöglichkeiten der Öffentlichen Hand und der
Parlamente bedeutet. Gleichzeitig bedeutet Privatisierung massive
Arbeitsplatzvernichtung, Ver-schlechterung der Arbeits- und
Entlohnungsbedingungen, Schaffung prekärer
Arbeitsverhältnisse und Niedrig-lohnbereiche, die eine Minderung
der staatlichen Einnahmen aus Steuern und Sozialbeiträgen mit sich
bringt, sowie einen Abbau der gewerkschaftlichen Mitbestimmungsrechte.
Ist die Privatisierung von Leistungen
der öffentlichen Daseinsvorsorge an sich schon asozial, so hat der
Ver-such, den ÖPNV zu privatisieren nahezu kriminellen Charakter:
In einer Situation, in der die Ölmultis und Fi-nanzspekulanten den
Öl- und damit den Benzinpreis fast täglich zu neuen Rekorden
treiben und alle Experten davon ausgehen, dass es keine Umkehr dieser
Entwicklung geben wird, ist abzusehen, dass in naher Zukunft viele
Menschen nicht mehr in der Lage sein werden, ihr Auto für den
täglichen Weg zur Arbeit, für die Aufrecht-erhaltung ihrer
sozialen Kontakte und ihrer Versorgung zu nutzen.
Der
ÖPNV hat eine wichtige soziale Funktion. Er muss mit
öffentlichen Geldern gestützt werden und darf nicht
kapitalistischen Profitmaximierungs- oder Kostensenkungsprinzipien
unterworfen werden.
Nichtsdestotrotz hat es die Partei
des Herrn Lorig, die in Bund und Land die Politik bestimmt, in der
Hand, die Kosten zu minimieren, z.B. indem statt der Steuerbefreiung
auf Flugbenzin der ÖPNV von Mineralöl- und Mehr-wertsteuer
befreit wird. Es kann nicht sein, dass ein Flug von Zweibrücken
oder Hahn nach London oder Stock-holm fast billiger ist als eine
Rückfahrkarte von Völklingen nach Merzig oder Homburg.
Schließlich wäre es
Aufgabe der Landesregierung, ein Nahverkehrskonzept für das
Saarland zu erarbeiten und umzusetzen, das diesen Namen verdient.
Während es in Italien möglich ist, selbst kleine, entlegene
Bergdörfer an den Öffentlichen Nahverkehr anzubinden, wird
die Versorgung mit Öffentlichen Verkehrsmitteln in einer
20.000-Einwohner-Stadt wie Püttlingen, um nur ein Beispiel zu
nennen, am frühen Abend und am Wochenende fast völlig
eingestellt. Es wäre Sache der Landespolitik, der Provinzposse um
den Weiterbau der Saarbahn ein Ende zu bereiten, Egoismen und
Engstirnigkeit der kommunalen und regionalen Verkehrsträger zu
unterbinden und einen ökologisch und sozial orientierten
flächendeckenden Saarländischen Verkehrsverbund zu schaffen.
Da Lorigs Parteifreunde dazu weder
willens noch in der Lage sind, und Provinzhäuptlinge wie Herrn
Lorig vor sich hin wurschteln lassen, sollten sich Busfahrer wie
Busbenutzer in Völklingen und anderswo überlegen, bei den
Wahlen im kommenden Jahr diesen Herren den Chefsessel unter dem Hintern
wegzuziehen.
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